Es wird düster…

Die Stimmung der Vereinsfunktionäre passt sich leider aktuell immer mehr dem Wetter an – und wen wundert’s?

Das Problem ist mittlerweile, dass die neuen Maßnahmen zur Corona-Situation regelmäßig aber stets spontan für die von Ehrenamtlichen geführten Vereine kommen.

Eines brauchen wir nicht schön zu reden – wir haben COVID19, die schwerste Pandemie der letzten 100 Jahre (wie es unser Gesundheitsminister stets betont). Wir sind keine Leugner dieser aktuellen Lage – uns ist die Tragweite und die Gefahr dieser Krankheit bekannt.

Es wurden mittlerweile drei Präventionskonzepte erarbeitet, um es allen Zuschauerinnen und Zuschauern, die unsere Spiele verfolgen wollen, zu ermöglichen an den Meisterschaftspartien teilhaben zu können. Auch andere Vereine haben diesen Aufwand auf sich genommen und sich der Situation gestellt. Es braucht auch niemand zu leugnen, dass es beispielsweise im Bereich der Kantinen nach den Spielen zu Situationen gekommen ist, wo der Mindestabstand nicht eingehalten wurde, wo vielleicht auch kleinere Verfehlungen passiert sind – perfekt ist niemand!

Auch die Ankündigung der niederösterreichischen Landesregierung Meisterschaftsspiele im Erwachsenenbereich im Falle einer orangenen Corona-Ampel als Geisterspiele auszutragen bzw. abzusagen – auch da haben wir noch nicht geraunzt, wollten für die (hoffentlichen) Ausnahmen Wege finden dies zu bewältigen.

Nun schreiben wir aber den 19.10.2020 und jetzt wird es wohl für alle Amateursportvereine so richtig düster…

Warum? Die aktuelle Situation mit ansteigenden Corona-Infizierten in Österreich aber allgemein weltweit erfordert neue Maßnahmen, das steht außer Frage. Von diesen Maßnahmen würde auch der Amateursport, also auch der Fußball nicht verschont bleiben, das ist klar.

Die jetzige Situation für den USV Natschbach-Loipersbach stellt sich nun wie folgt dar – Meisterschaftsspiele sind nur mehr nach Anmeldung beim Gesundheitsamt möglich. Des weiteren müssen den Zuschauerinnen und Zuschauern fixe Sitzplätze zugewiesen werden – die ZuschauerInnen haben während des gesamten Aufenthalts auf der Sportanlage Mund-Nasenschutz zu tragen. Außerdem muss die Kantine geschlossen bleiben, es dürfen keine Speisen- und Getränke verkauft werden. Die ggf. verschärften Maßnahmen der Landesregierungen bleiben Stand jetzt aber aufrecht, sprich bei oranger Ampelfarbe gar keine ZuschauerInnen, also Geisterspiele. So die nüchternen Fakten.

Bei einem Blick auf die Details wird es aber richtig düster:

Welcher Verein im Amateurbereich kann es gewährleisten ausreichend Ordner zur Verfügung zu stellen und diese Herrschaften auch noch mit dem notwendigen Hausrecht auszustatten um Personen, die sich gegen die Maßnahmen weigern, von der Sportanlage zu verbannen?

Wer will als ehrenamtlicher Funktionär die Haftung übernehmen für Verfehlungen, welche im Zusammenhang mit der Umsetzung dieser Maßnahmen passieren? Denn es soll ja, und das ist auch gut so, intensiver und strikter kontrolliert werden.

Dadurch, dass die Lage wirklich kritisch ist, wird sich mindestens (und das sagt schon ein Optimist) bis zur Winterpause nichts mehr an der Situation ändern – da sprechen wir von fünf bis sechs Wochen – in unserem Fall von drei Heimspielen, die in diesem Zeitraum noch am Plan stehen. Wir waren der Meinung – und der sind wir immer noch, dass ein Geisterspiel für jeden Verein machbar sein sollte – die Lage hat sich hier nun gewiss geändert. Jeder Vereinsfunktionär wird einem Recht geben, dass man lieber ein Geisterspiel und ein normales Spiel mit Kantinenbetrieb austragen wird, als zwei Spiele mit den neuen Maßnahmen.

Außerdem stellt sich die Lage aktuell so dar, dass man in einem Bezirk mit oranger Ampelfarbe das Spiel entweder absagen kann oder mit einem Geisterspiel 750 Euro Entschädigung vom Land NÖ erwarten kann. In einem gelben Bezirk, wie aktuell Neunkirchen, gibt es die 4 Euro Eintrittsgeld pro Zuschauer. Geht man von rund 100 Besuchern aus, wären das 400 Euro. Sollen Zuschauerinnen und Zuschauer also eine finanzielle Bestrafung sein?

Aber wo wollen wir hin?

Die Maßnahmen der Bundesregierung sind nun bekannt – man kann sie in Frage stellen oder nicht, die Hauptaufgabe dieser Damen und Herren ist es die gesamte Situation in den Griff zu bekommen und nicht die Sportvereine an erste Stelle zu priorisieren.

Jetzt ist eine Organisation gefragt, die es in der Hand hat und deren erstes Ziel es auch sein sollte, seine Mitgliedervereine zu schützen.

Der USV Natschbach-Loipersbach hat zwei phantastische Mannschaften in der heurigen Saison, beide im Titelrennen – wir sprechen hier heuer nicht von einem Verein im Niemandsland der Tabelle. Wir wollen unseren Spielerinnen und Spielern auch nach dieser Saison die Möglichkeit bieten können, ihrem Hobby nachzugehen. Trotzdem braucht es jetzt eine Entscheidung, die wohl leider jetzt auf der Hand liegt.

Die Saison 2020/21 wird eine außergewöhnliche und besondere Saison, das musste bereits zu Beginn jedem klar sein. Jetzt wird es aber Schritte brauchen, um die Saison 2020/21 zu keiner komplett düsteren Saison verkommen zu lassen…

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